Pflanzenpflege Pflanzen umtopfen

Pflanzen umtopfen

Eine Pflanze, die jahrelang im selben Topf steht, wird früher oder später ausgezehrt: Die Wurzeln füllen den ganzen Topf aus, die Pflanzenerde ist verbraucht und das Wasser läuft sofort durch. Beim Umtopfen bekommt deine Pflanze neuen Platz und frische Nährstoffe, sodass sie wieder wachsen kann. Auf dieser Seite erfährst du, wann die Zeit reif ist, welchen Topf und welche Erde du wählst und wie du Schritt für Schritt umtopfst – sowohl bei Zimmerpflanzen als auch bei Olivenbäumen, Palmen und anderen Pflanzen in einem Pflanzkübel.

  • Beste Zeit: März bis Mai
  • Topf 2–5 cm größer
  • Immer mit Drainage
Zimmerpflanze wird in einen neuen Topf mit frischer Pflanzenerde umgetopft

Wann solltest du eine Pflanze umtopfen?

Die meisten Zimmerpflanzen benötigen alle 1 bis 2 Jahre einen neuen Topf, schnell wachsende Pflanzen wie Ficus oder Monstera manchmal jedes Jahr. Langsam wachsende Pflanzen wie Zamioculcas, Kakteen und Sukkulenten können 2 bis 3 Jahre im selben Topf bleiben. Große Freipflanzen in einem Kübel, wie ein Olivenbaum, topfst du meist alle 3 bis 5 Jahre um.

Schau vor allem auf die Pflanze selbst. Dies sind deutliche Anzeichen, dass es Zeit ist:

  • Wurzeln wachsen aus dem Abflussloch oder über den Rand der Pflanzenerde hinaus.
  • Wasser läuft sofort durch den Topf oder bleibt stattdessen oben stehen.
  • Die Pflanze wächst trotz ausreichend Licht und Nährstoffen kaum noch.
  • Der Topf kippt, weil die Pflanze zu schwer und zu groß geworden ist.
  • Auf der Erde oder dem Topfrand befindet sich eine weiße Kruste aus Kalk oder Salzen.

Die beste Zeit ist das Frühjahr, von März bis einschließlich Mai. Die Pflanze kommt dann aus ihrer Ruhephase und bildet schnell neue Wurzeln, sodass sie das Umtopfen gut verträgt. Topfe sie lieber nicht im Winter und nicht während der Blüte: Eine blühende Orchidee topfst du erst um, wenn die letzte Blüte verblüht ist.

Den richtigen Topf auswählen

Wähle einen Topf, der 2 bis 5 cm größer ist als der alte, bei großen Freipflanzen maximal 10 cm. Ein viel zu großer Topf scheint praktisch, hält aber zu viel Wasser um die Wurzeln herum. Diese nasse Erde wird sauer und sauerstoffarm, und das ist die wichtigste Ursache für Wurzelfäule.

Ein guter Topf hat immer ein Loch im Boden. Möchtest du einen Dekotopf ohne Loch verwenden, setze die Pflanze dann in einen Anzuchttopf mit Loch in diesen Dekotopf und gieße das überschüssige Wasser nach einer Viertelstunde ab. Terrakotta atmet und trocknet schneller aus, ideal für Sukkulenten und mediterrane Pflanzen. Keramik und Kunststoff halten Feuchtigkeit länger, was für Pflanzen angenehm ist, die gleichmäßig feucht stehen bleiben sollen, wie Farne und Calathea.

Tipp: Lege bei Pflanzkübeln eine Schicht aus Tonkugeln oder Kies auf den Boden und stelle den Topf auf Topffüße. So kann Regenwasser abfließen und die Wurzeln frieren im Winter weniger schnell ein. Lies mehr darüber, warum Drainage so wichtig ist.

Scindapsus in einem neuen, etwas größeren Topf

Welche Pflanzenerde verwendest du?

Nicht jede Pflanze wächst in derselben Erde. Die richtige Mischung sorgt für genügend Luft um die Wurzeln und hält genau so viel Wasser zurück, wie die Pflanze benötigt. Du findest die verschiedenen Sorten in unserer Kollektion Pflanzenerde & Werkzeuge.

Pflanze Erdenart Warum
Grüne Zimmerpflanzen Universelle Zimmerpflanzenerde Luftig und hält Feuchtigkeit gleichmäßig zurück
Orchideen Orchideensubstrat Wurzeln brauchen Luft und vertragen keine nasse Erde
Kakteen und Sukkulenten Kaktenerde mit Sand oder Perlit Wasser läuft schnell ab, keine Chance auf Fäule
Olivenbaum, Palme, Yucca Mediterrane Erde oder Pflanzenerde mit 20–30 % grobem Sand oder Kies Gute Entwässerung, genau wie an ihrem natürlichen Standort
Calathea, Farne Feuchtigkeitsliebende Pflanzenerde, eventuell mit etwas Kokosfaser Dürfen nie ganz austrocknen

Schritt für Schritt eine Pflanze umtopfen

Frische Pflanzenerde und eine Schaufel zum Umtopfen einer Pflanze
  1. Gieße einen Tag vorher. Ein leicht feuchter Wurzelball rutscht leichter aus dem Topf und die Wurzeln reißen weniger.
  2. Nimm die Pflanze aus dem Topf. Halte die Pflanze an der Basis fest, kippe den Topf und klopfe sanft gegen den Rand. Sitzt sie fest, drücke dann in den Anzuchttopf oder gehe mit einem Messer entlang der Innenseite.
  3. Untersuche die Wurzeln. Gesunde Wurzeln sind weiß bis hellbraun und fest. Schneide weiche, braune oder muffig riechende Wurzeln mit einer sauberen Schere ab. Lockere einen verholzten Wurzelball vorsichtig etwas auf.
  4. Fülle den neuen Topf. Lege unten eine Schicht aus Tonkugeln und darauf eine Schicht frischer Pflanzenerde, so hoch, dass der Wurzelball später 1–2 cm unter dem Rand hervorkommt.
  5. Setze die Pflanze hinein und fülle auf. Platziere die Pflanze in der Mitte, fülle den Raum um sie herum mit Erde und drücke sie leicht an. Setze die Pflanze nicht tiefer, als sie zuvor stand.
  6. Gieße und lass sie ruhen. Gieße, bis das Wasser unten herausläuft, und stelle die Pflanze eine Woche lang an einen hellen Ort ohne grelle Sonne.

Große Pflanzen und Freipflanzkübel umtopfen

Einen Olivenbaum, Palmenbaum oder Yucca in einem großen Kübel topfst du am besten zu zweit. Lege den Topf auf die Seite auf eine alte Decke, rolle den Topf vorsichtig vom Wurzelball ab und stelle die Pflanze aufrecht in den neuen Topf. Ist das Umtopfen nicht mehr machbar, weil der Baum zu groß ist, ersetze dann jedes Frühjahr die oberen 5 bis 10 cm Erde durch frische Erde mit etwas Langzeitdünger. So bekommt die Pflanze trotzdem neue Nährstoffe.

Topfe Freipflanzen niemals kurz vor einer Frostperiode um. Neue Wurzeln brauchen ein paar Wochen, um den Topf zu durchwurzeln, und in kalter, nasser Erde wachsen sie nicht. Spezifischere Ratschläge findest du in unserem Blog darüber, wann du einen Olivenbaum umtopfst und über die richtige Größe eines Olivenbaumtopfs.

Pflege nach dem Umtopfen

Nach dem Umtopfen braucht deine Pflanze etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Ein paar hängende oder gelbe Blätter in der ersten Woche sind normal. Beachte dabei Folgendes:

  • Kein Dünger in den ersten 4 bis 6 Wochen: Frische Pflanzenerde enthält bereits genügend Nährstoffe, zusätzlicher Pflanzendünger kann die neuen Wurzeln sogar beschädigen.
  • Bewusst gießen: Lass die oberen Zentimeter austrocknen, bevor du erneut gießt. In einem größeren Topf trocknet die Erde langsamer aus, als du es gewohnt bist.
  • Ruhiger Platz: Stelle die Pflanze zurück an ihren vertrauten Standort, aber nicht in die grelle Mittagssonne.

Häufig gestellte Fragen zum Umtopfen

Wie erkenne ich, ob meine Pflanze zu groß für ihren Topf ist?

Nimm die Pflanze aus dem Topf und schau dir den Wurzelball an. Siehst du hauptsächlich Wurzeln und kaum noch Erde, oder wachsen die Wurzeln in Ringen entlang der Wand, dann ist der Topf zu klein. Auch Wurzeln, die aus dem Abflussloch wachsen, sind ein deutliches Zeichen.

Kann ich eine Pflanze im Winter umtopfen?

Das kann, aber es ist nicht ideal. Im Winter wächst eine Pflanze kaum und bildet nur wenige neue Wurzeln, wodurch die frische Erde lange nass bleibt. Topfe nur im Winter um, wenn es wirklich nötig ist, zum Beispiel bei Wurzelfäule oder einem zerbrochenen Topf.

Muss ich die alte Pflanzenerde vollständig entfernen?

Nein, schüttle nur die lose alte Erde vorsichtig ab. Versuche nicht, alle Erde zwischen den Wurzeln herauszuholen, denn dann beschädigst du die feinen Haarwurzeln. Bei Wurzelfäule ist es jedoch ratsam, so viel nasse, alte Erde wie möglich zu entfernen.

Warum hängt meine Pflanze nach dem Umtopfen?

Das ist meist eine vorübergehende Reaktion auf beschädigte Wurzeln, auch Umtopfstres genannt. Stelle die Pflanze an einen hellen Ort ohne grelle Sonne, gieße nicht zu viel und warte ein oder zwei Wochen. Bleibt die Pflanze hängen und ist die Erde nass, überprüfe dann, ob der Topf gut entwässert.

Kann ich eine Pflanze in einen Topf ohne Loch setzen?

Lieber nicht direkt. Ohne Loch bleibt überschüssiges Wasser unten stehen und die Wurzeln faulen. Verwende einen Topf ohne Loch als Dekotopf: Setze die Pflanze in einen Anzuchttopf mit Loch und gieße das Wasser, das sich nach dem Gießen unten ansammelt, ab.

Wie viel größer muss der neue Topf sein?

Für Zimmerpflanzen ist 2 bis 5 cm im Durchmesser groß genug. Große Freipflanzen dürfen einen Topf bekommen, der 5 bis 10 cm größer ist. Ein viel größerer Topf hält zu viel Wasser zurück und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Wurzelfäule.

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